HAFENCITY & SPEICHERSTADT

 

Unverhofft kommt oft
von H. Burdenski

 

Im Sommer 2004 feierte die Queen Mary 2 ihre Premiere am Cruise Center, und ich witterte mit meinen Kollegen das ganz große Business. Gerüchte besagten, dass die betuchten Kreuzfahrer weniger Interesse an Hamburg hätten und viel lieber die Haupt-stadt sehen wollten. Tatsache! Harun, zwei Wagen vor mir in der Schlange, durfte ein

Pärchen zum Bummel auf den Ku’damm fahren. Karim streckte den Daumen hoch, als er als Nächster einem Pensionär samt Enkelkindern ins Taxi half, die das Checkpoint-Charlie-Museum besuchen wollten. „Where can I drive you today?”, fragte ich den Herrn mit grauem Schnäuzer, der sich in meinen Beifahrersitz fallen ließ. „Reeperbahn, please. Große Freiheit!“ Ich konnte es nicht fassen! Alle anderen fuhren in ein paar Stunden einen ganzen Wochenlohn ein, und ich bekam die kürzeste Tour ever. „Don’t worry, it will be fun!“, sagte der Mann, der sich als „Pete“ vorstellte. Meine Enttäuschung war wohl zu offensichtlich, genauso wie das Unverständnis über seine Bemerkung.

Ein „You’ll see!” schob er lächelnd hinterher. Am Ziel angekommen bestand er auf meine Begleitung auf seinem kurzen

Landgang, die Uhr könne gerne weiterticken. Nun gut, ich wohnte damals in der Kleinen Freiheit, und wir bummelten von dort aus über den Kiez. Immer wieder zeigte er auf Gebäude und gab an mit irgendwelchen Frauengeschichten Aber das war gar nicht so unsymphatisch wie es jetzt vielleicht klingen mag. Schnell landeten wir in einer der vielen Kneipen, und Pete erzählte von seinem Leben als Musiker, wie er im Star-Club aufgetreten ist. „Ja, das war ‚ne heiße Nummer, da haben die Beatles angefangen“, meinte ich. „I know, I know “ , murmelte er ein wenig traurig. Nach vielen Astra und etlichen Kurzen standen wir dann endlich in der Großen Freiheit 39. Er schaute mich an und nahm mich in den Arm: „Hey, Burdenski, I am Pete Best, the fifth Beatle.“ Das sagte er mit einem dröhnenden Lachen und ohne Wehmut. Wir feierten die ganze Nacht durch, Pete fühlte sich sichtlich wohl in der seiner alten Heimat. Zu betrunken zum Fahren taumelten wir zurück zur großen Königin. Zum

Abschied steckte er mir ein Traumtrinkgeld zu und grölte „Yellow Submarin”, als er die Reling hochwankte. Einfach nur happy freute ich mich schon auf das Staunen in den Gesichtern von Harun und Karim. Bis heute bekomme ich von Pete eine Weihnachtskarte, und wir gehen einen heben, wenn er wieder in der Stadt ist. Neulich hat er mich mitgenommen in ein Konzert in der Elbphilharmonie. Keine Ahnung, wie er an die Karten rangekommen ist.

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