SCHANZE & KAROVIERTEL

 

Heute, damals, morgen

von Moritz Neumeier

 

„Hier habe ich mal gewohnt“, denke ich jedes Mal, wenn ich an der Sternschanze

aussteige und den dämlichen McDonald’s links liegen lasse, um mir am Schanzenbäcker einen Kaffee zu holen. Was bei diesem Gedanken fehlt, ist dieser „Ein Vierteljahrhundert ist das jetzt her und damals sah das hier noch alles

ganz anders aus“-Blick. Was schlicht und ergreifend daran liegt, dass seit-dem nicht einmal fünf Jahre vergangen sind. 

Viele Menschen stempeln die Schanze als überteuertes, von Designstudenten verseuchtes In-Viertel ab, bevölkert von

komischen Vögeln und hippen Medien-Kultur-Schaffenden. Was wiederum vor allem daran liegt, dass sie das ist. Das Karoviertel ist ein Ort, an dem selbst die meisten Hamburger Touristen sind. Und ich liebe diesen Umstand, weil er uns alle ein bisschen gleicher macht. Ich habe es geliebt, hier zu wohnen. Wenn man samstagmorgens in Bademantel und Birkenstocksandalen durch seine Straßen stromert, ohne einen einzigen auch nur befremdlichen Blick zu kassieren, kann man diesen Ort getrost als sein Zuhause bezeichnen. Und wenn man ehrlich ist, muss man dafür gar nicht hier wohnen. Einige Menschen gehören hier ganz einfach hin. Ich erinnere mich zum Beispiel an diese osteuropäische, Akkordeon

spielende junge Frau unter der Eisenbahnbrücke, die es in den ganzen zweieinhalb Jahren, in denen ich ihr Geld zuwarf, nicht geschafft hat, auch nur ein einziges Stück zu lernen. Vielmehr spielte sie zwischen fünf und zwanzig unzusammen- 

hängende Töne pro Minute – nett lächelnd und davon ausgehend, dass man ihr schon etwas Geld geben wird. Was ich tat. Immer. Denn wenn du weißt, dass alle, die sich hier aufhalten, entweder krass talentiert oder wohlhabend oder auf dem Weg dahin sind, lernst du, die Imperfektion zu lieben. Die Akkordeonspielerin, die Rote Flora, den Tageskartenschnorrer, der „Eine kleine Spende für Gras“-Punk, die Latte-macchiato-Muttis, deren stetige Müdigkeit nicht so gut überschminkt wird, wie sie es sich wahrscheinlich erhoffen. All diejenigen, die hier nicht wohnen, aber mehr hierhergehören als so mancher Mieter. Es stimmt. Die Mieten sind gänzlich überteuert, an manchen sonnigen Tagen kann man sich kaum bewegen neben den ganzen Cocktail saufenden Szene-Touris und vor einem Vierteljahrhundert sah das hier noch alles ganz anders aus. Aber so ist das hier. Komm klar damit. Das ist die Schanze, Diggi. Und abgesehen davon — gib’s zu: Du bist doch nur neidisch, noch nicht hier gewohnt zu haben.  

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